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Legionellen sind im Wasser lebende bewegliche Bakterien. Alle Legionellen sind als potenziell humanpathogen anzusehen. Insgesamt existieren mehr als 44 verschiedene Arten, die für Erkrankungen des Menschen wichtigste Art ist Legionella pneumophila (etwa 90 %).
Erkrankungen treten weltweit sporadisch oder im Rahmen von Ausbrüchen auf. In Deutschland ist schätzungsweise mit 6.000-10.000 Legionellosen pro Jahr zu rechnen.
Vorrangiges Reservoir für Legionellen ist das Wasser, sie können weltweit im Süßwasser, nicht aber im Meerwasser gefunden werden. Ihr Vorkommen wird in erster Linie von der Wassertemperatur beeinflusst. Die optimalen Temperaturen für die Vermehrung der Legionellen liegen zwischen 25 und 50 °C. Sie können zwar auch in kaltem Wasser vorkommen, sich dort aber nennenswert vermehren. Die Vermehrung findet in Amoeben und anderen Protozoen statt. Ideale Vermehrungsbedingungen finden Legionellen an Oberflächen, die mit Wasser benetzt sind, z. B. in Rohren, Armaturen, Klimaanlagen
Im Wasser vorhandene Legionellen führen nicht zu einer direkten Gesundheitsgefährdung. Erst die Aufnahme von Erregern durch Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (z.B. beim Duschen, in klimatisierten Räumen oder in Whirlpools) kann zur Erkrankung führen. Eine Gesundheitsgefährdung durch Trinken von legionellenhaltigem Wasser besteht bei gesunden Personen nicht. Bei abwehrgeschwächten Menschen ist eine Infektio.
Die Legionellose kann in Form zweier Krankheitsbilder auftreten: Legionella-Pneumonie (klassische Legionellose) und Pontiac-Fieber. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch wurde nicht nachgewiesen.
Die klassische Legionellose beginnt 2-10 Tage nach der Infektion mit uncharakteristischen, grippeähnlichen Symptomen. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu Schüttelfrost, Fieber bis 40,5°C, gelegentlich auch Durchfällen und Erbrechen. Es kann Benommenheit oder auch Verwirrtheit auftreten. Die Erkrankung ist in der Regel durch eine schwere Lungenentzündung gekennzeichnet. Die Erholung dauert meist lange und selten bleiben Schäden an der Lunge zurück. In Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Erkrankten und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns liegt die Letalität um 15 %, bei unbehandelten immungeschwächten Menschen kann sie bis auf 80 % ansteigen. Das Pontiac-Fieber ist durch eine kurze Inkubationszeit von 1-2 Tagen und einen weniger schweren Verlauf gekennzeichnet. Die verläuft ähnlich einer Erkältung und dauert meist nur eine Woche.